…kommt oft nichts gescheites dabei heraus. Jedenfalls nicht, wenn Kreative über Inhalte, Strategie oder Planung bestimmen. Zwar gibt es für Werbung, oder besser: Unternehmenskommunikation, auch Schönheitspreise zu gewinnen, z.B. auf dem Cannes Lions International Advertising Festival, wo mittlerweile kreative Leistungen in 13 verschiedenen Kategorien ausgezeichnet werden, aber die „schönste“ Kommunikation verkauft nicht zwangsläufig die meisten Produkte. Ganz im Gegenteil sind diverse Effekte bekannt, die dazu führen, dass besonders kreative, oder lustige Inhalte weniger Werbeziele erreichen, als nüchterne Inhalte. Einer dieser Effekte ist der „Vampireffekt“ nach dem die humorvollen Inhalte in einem Werbespot (o.ä.) so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dass dabei das Produkt in den Hintergrund gerät. Vielleicht haben Sie auch schon persönlich die Erfahrung gemacht, dass Sie vor lauter Lachen gar nicht mehr wussten, worum es in dem Spot eigentlich ging, weil der Witz Ihre ganze Aufmerksamkeit wie ein Vampir aufgesaugt hat. Ein anderes Problem mit Humor oder sonstigen kreativen Inhalten ist die Kontextabhängigkeit und Subjektivität. Was z.B. der Juror in Cannes lustig findet, ist vielleicht für eine Mehrheit der Zielgruppe überhaupt nicht lustig. Und bestimmte Witze funktionieren vielleicht nur in einem kulturellen Umfeld, das schon entsprechende Sehgewohnheiten hat. Der schwarze britische Humor ist mir persönlich (als humorvoller Bayer) z.B. sehr nahe. Die durchaus kreative Idee, ein Werbeplakat für ein Bestattungsunternehmen mit dem Slogan „Kommen Sie doch näher“ hinter den Gleisen der Berliner U-Bahn anzubringen, dürfte bei vielen (weniger humorvollen) Berlinern, die eventuell gerade auch noch einen Todesfall in der Familie zu beklagen haben, aber nicht so gut ankommen. Im morbiden Wien könnte es wieder funktionieren… Weiterlesen →